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Mädchen Mädchen 2 - Loft oder Liebe



Land: Deutschland
Laufzeit: 88 Minuten
FSK: 6
Starttermin: 17. Juni 2004

Genre: Teenie-Komödie

Regie: Peter Gersina
Drehbuch: Maggie Peren
Darsteller: Karoline Herfurth, Diana Amft, Jasmin Gerat, Max Riemelt, Sebastian Ströbel, Simon Verhoeven, Max von Thun, Doreen Dietel, Germain Wagner, Florian David Fitz, Anke Schwiekowski, Michael Brandner
Kamera: Jochen Stäblein
Schnitt: Anne Loewer
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas








Vor gar nicht allzu langer Zeit überrollte eine Welle von Teenie-Filmen förmlich die Kinos unserer Erde. Den richtigen Durchbruch schaffte "American Pie", die Mutter dieses Genres. Danach versuchten die verschiedensten Produzenten ihr Glück mit dem Thema und auch an Fortsetzungen wurde nicht gescheut - nach dem altbewährten Rezept: Einmal erfolgreich, das kann man ja wiederholen. Und so läuft in diesem Jahr nun Teil zwei der relativ erfolgreichen deutschen Komödie "Mädchen Mädchen" an. Ob dies gelungen ist, mag Geschmackssache sein, denn bei deutschen Produktionen und noch dazu Aufgüssen vergangener Popularitäten muss man bekannter Weise vorsichtig sein.

Drei Freundinnen haben Probleme mit ihrer derzeitigen Unterkunft: Die Lebensgefährtin von Inkens (Diana Amft) Papa gibt in ihrem Zimmer Geburtshilfekurse, bei Lena (Karoline Herfurth) läuft es nicht mehr sehr gut mit Musikerfreund Lukas (Florian David Fitz), so dass man beschließt, sich und räumlich zu trennen und auch Lucy (Jasmin Gerat) muss zu Hause ausziehen. Die drei Studentinnen begeben sich also in München auf Wohnungssuche, was sich als gar nicht so einfaches Unternehmen herausstellt, weil es bei ihnen finanziell auch nicht unbedingt rosig aussieht. Doch dann scheint ihr Glück perfekt, als sie ein Angebot bekommen - eine Dreizimmerwohnung für knapp 500 Euro. Die Freude währt allerdings nicht lange, denn die "Wohnung" verdient den Namen nicht wirklich und wird in drei Monaten einem Fahrstuhl Platz machen. Trotzdem schlagen sie zu und bald kommt es - Teenie-Komödien typisch - zu der einen oder anderen sexuellen Affäre. So bändelt Inken zum einen mit dem neuen attraktiven Nachbarn Paul (Simon Verhoeven) an, sieht aber weiterhin regelmäßig Jugendfreund Flin (Max Riemelt), Lena trifft sich mit einem Zahnstudenten von der Universität und Lucy hat widerwilliger Weise auf der Suche nach Millionenerben Sebastian (Sebastian Ströbel), von dem sie sich Chancen auf eine neue Wohnung erhofft, Dates mit einem frechen Typen, der sich als Sebastians Freund ausgibt. Dann bemerken die Freundinnen, dass der Großteil ihrer männlichen Begleitung einen recht guten Betrag auf dem Konto zu haben scheintů

Bei der Fortsetzung wurde Wert auf die bewährte Zusammensetzung der Crew gelegt, so dass fast das gesamte Team das selbe bleibt, lediglich der Regisseur Dennis Gansel wurde durch den Österreicher Peter Gersina und Hauptdarstellerin Felicitas Woll von Jasmin Gerat ersetzt. Ob das vorteilhaft war, bleibt anzuzweifeln, denn wie so oft kann die Fortsetzung nicht an den Erfolg oder das Ideenreichtum des Vorgängers anknüpfen. Nach dem großen Thema "Wie erreiche ich einen Orgasmus?" steht nun mehr die Männerwelt allgemein im Vordergrund des postpubertären Geschehens. Während die drei Hauptdarstellerinnen wenig Talent für das Erfüllen ihrer Rollen mitbringen müssen, wirkt die männliche Besetzung mit Sebastian Ströbel, Max Riemelt und Simon Verhoeven schon etwas überzeugender, da von ihnen auch einige peinliche Szenen recht glaubwürdig rübergebracht werden können. Im Großen und Ganzen allerdings bringt der Film schauspielerisch nichts Erwähnenswertes mit sich: Es gab nichts, das so mies war, dass man es sich schon gar nicht mehr ansehen kann, aber genauso wenig erscheinen nennbar gute Leistungen. Das was gespielt wird, nimmt der Zuschauer an, glaubwürdig muss es dazu nicht mal sein, denn wir sitzen ja in einer Komödie - hier wird mehr Wert darauf gelegt, dass gelacht wird.

Das gelingt auch an einigen Stellen des Films, diese sind aber eindeutig in der Unterzahl. Größtenteils schleppt sich die Handlung einfach nur so dahin, man sieht dem chaotischen Alltag dreier Mädchen zu, die ihr Leben übertrieben schlecht in den Griff bekommen. Natürlich kann man über Wurstkostüme, Fesselspiele oder vorgetäuschten heißen Sex auch mal richtig ablachen, aber so viele Gelegenheiten bieten sich nicht. Bei den meisten Stellen, an denen man einen versuchten Gag vermuten kann, lässt sich bestenfalls müde lächeln. Denn irgendwie hat man das meiste in vergangenen Filmen dieses Genres auf irgendeine ähnliche Art schon mal gesehen, so dass auch viele Szenen vorhersehbar wirken. Und fehlt einer solchen Komödie der Humor, so bleibt wenig Unterhaltendes zurück, denn Spannung oder sogar Action wird hier auch der größte Optimist nicht erwarten. So kann doch stellenweise sehr schnell Langeweile aufkommen.

So ist mit "Mädchen Mädchen 2" ein weiterer deutscher Film entstanden, der eines Abends als seichte Komödie bei einem privaten Sender über den Bildschirm flackern wird. Sieht man ihn sich dann an, ist natürlich ein ganz netter Abend garantiert - sofern man sich in netter Gesellschaft befindet oder die ausreichende Menge Alkohol griffbereit hat. Schlicht und einfach abraten muss man sicher den wenigsten Leuten von diesem Film und die Zielgruppe der unter 15jährigen wird sich vielleicht auch köstlich dabei amüsieren, wie immer, wenn die Themen verunglückte Dates oder ein bisschen Beischlaf an der Tagesordnung sind. Viel Anspruch darf man nicht erwarten, aber soviel Erfahrungsschatz dürfte die Allgemeinheit mittlerweile auch besitzen. Mein Fazit: Kinogeld sparen, man verpasst nichts, wenn man sich diesen Streifen erst irgendwann in ein paar Jahren nach einem anstrengenden Schul- oder Arbeitstag im TV ansehen wird. Dann sind die Erwartungen nicht ganz so hoch und man kann sich auch an diesem Film erfreuen.



Note: 3



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