Archiv


Kritiken

Kurzkommentare

Meine Meinung

News

Umfragen
Final Call



Land: USA
Laufzeit: 94 Minuten
FSK: 12
Starttermin: 3. Februar 2005

Genre: Thriller

Regie: David Ellis
Drehbuch: Larry Cohen, Chris Morgan
Darsteller: Chris Evans, Kim Basinger, William H. Macy, Jason Statham, Eric Christian Olsen, Matt McColms, Noah Emmerich, Brendan Kelly, Eric "Kaos" Etebari, Caroline Aaron, Adam Taylor Gordon, Richard Burgi, Rick Hoffman, Dat Phan, Valerie Cruz, Eddie Driscoll, Bryan Holly, Adam Lieberman, Rob Nagle
Kamera: Gary Capo
Schnitt: Eric Sears
Musik: John Ottman








Nicht immer bedarf es einer hoch anspruchsvollen Geschichte, um einen guten Film zu drehen. Das beste Beispiel, auf das in diesem Fall natürlich unbedingt zurückgegriffen werden muss, liefert "Nicht auflegen!". Ein Film, der fast ausschließlich in einer einzigen Telefonzelle spielt, durch ständige überraschende Wendungen jedoch bestens unterhält. Auch "Final Call" erweist sich als purer Unterhaltungsfilm, dem jeglicher Anspruch fehlt - doch was soll's! Der Spaßfaktor stimmt allemal.

Stellt Euch vor, Ihr sitzt in einem Auto und erhaltet einen Anruf von einer Unbekannten, die behauptet, entführt worden zu sein, mit Glück ein kaputtes Telefon in Stand gesetzt zu haben und in Euch ihre letzten Hoffnungen zu setzen. Ein übler Scherz, oder? Der bedauernswerte Ryan (Chris Evans) gerät in genau diese Situation, fühlt sich zunächst auf den Arm genommen, begreift aber schon sehr schnell den Ernst der Lage. Jessica Martin (Kim Basinger), die Frau am anderen Ende der Leitung, ist entführt worden, hat jedoch keinen blassen Schimmer aus welchem Grund. Ryan beschließt, sich an die Polizei zu wenden, findet aber auf Grund einer Verkettung ungünstiger Umstände keinen Ansprechpartner. So ist er also nun der Glückliche, der sich mit Empfangsstörungen, leeren Akkus und der bevorstehenden Entführung von Jessicas Sohn und Mann herumschlagen darf - und erfährt dabei mehr, als ihm vielleicht lieb istů

"Final Call" beruht auf einer interessanten Grundidee und entwickelt diese kontinuierlich weiter. Na klar, es ist wenig originell, dass der Akku von Ryans Handy mal wieder geladen werden müsste, und etwas unlogisch, dass der Empfang im Treppenhaus des Polizeigebäudes nachlässt und Ryan umkehrt, anstatt das Handy einfach abzulegen und schnell weiter zu rennen, um Hilfe zu holen. Es ist auch etwas unverständlich, dass Ryan spätere sich bietende Möglichkeiten nicht ausnutzt, um mit der Polizei in Kontakt zu treten. Doch als wirklich störend empfindet man all diese Ungereimtheiten nicht wirklich, da der Film sympathischerweise gar nicht erst vorgibt, das Genre revolutionieren oder durch besonders kreative Überraschungsmomente begeistern zu wollen. Nein, "Final Call" verläuft sehr geradlinig, unterhält aber gerade dadurch, dass Ryan von einer brenzligen Situation in die Nächste gerät. Das Sympathische an seinem Charakter: Er ist ganz einfach ein Durchschnittstyp, der nicht mit Hilfe von mächtigen Wummen, sondern mit cleveren Ideen nach Lösungen sucht.

Chris Evans gelingt es ohne Mühe, das Publikum auf seine Seite zu ziehen und es dazu zu bringen, sich in die Lage seines Charakters zu versetzen. Irgendwie findet auch dieser immer wieder eine Lösung in den zahlreichen problematischen Momenten, doch während er noch überlegt, kann sich der Zuschauer ganz genau vorstellen und nachvollziehen, was in ihm vorgeht: Einerseits begibt er sich in erhebliche Lebensgefahr, bedroht Menschen mit einer Pistole, stielt Autos, verstößt also gegen Gesetze, andererseits weiß er genau, welche Folgen es hätte, wenn er die Frau ihrem Schicksal überlassen und ihren Anweisungen nicht folgen würde. Kim Basinger hingegen enttäuscht leider etwas als verzweifelte und verängstigte entführte Frau. Es will ihr nicht so recht gelingen, dem Zuschauer die gefährliche Lage, in der ihr Charakter steckt, bewusst zu machen. Basinger zeigt einfach zu wenige Emotionen, um den Zuschauer wirklich Anteil an ihrem Schicksal haben zu lassen. Dass William H. Macy als Cop durchweg positiv auffällt, dürfte niemanden überraschen, der seine geniale Darbietung in "Magnolia" verfolgt hat. Sein Charakter Mooney beginnt seine eigenen Ermittlungen in diesem Fall und zieht wie Evans locker die Sympathien des Zuschauers auf seine Seite.

"Final Call" ist perfektes Popcorn-Kino. Zu keinem Zeitpunkt gibt es vor, mehr zu sein, als es wirklich ist. Man muss nicht nachdenken, man muss sich nicht über die Logikfehler ärgern, weil sie nicht wirklich stören. Man darf sich einfach an 90 Minuten äußerst kurzweiliger Unterhaltung erfreuen, in denen bekannte Handlungsverläufe geschickt variiert werden. Es existiert kein langes Vorgeplänkel, es zieht sich nicht unnötig in die Länge, es konzentriert sich auf das Wesentliche. Gemischt mit ein bisschen Action, netter Musik, hübschen Menschen, einem sympathischen Hauptdarsteller und jeder Menge Humor (wie bereits erwähnt: Der Film nimmt sich niemals zu ernst) ist somit auch schon ein guter Film entstanden. Ein Film, der um ein Vielfaches sympathischer ist als alle Pseudo-Meisterwerke, die neue Maßstäbe setzen wollen, aber letzten Endes auch nur Altbekanntes präsentieren und somit enttäuschen. Somit lässt sich für "Final Call" ohne Weiteres eine Empfehlung aussprechen.



Note: 2



Start


zur Hauptseite

Intern


Forum

Gästebuch

Impressum